Itohan wünschte sich, dass auch ein paar klassisch schöne Bilder von ihr online sind … nicht nur Variationen ihrer Ausdrucksfähigkeit. Schön heißt hier insbesondere: Eine ebenmäßige Haut, glatt wie eine Porzellantasse, keinerlei Hautunreinheiten sichtbar, wie in der Werbung selbstverständlich. Doch ganz so sehr wollte ich die Haut nicht glätten, nicht einebnen wie bei einem Kunstprodukt. Sichtbare Hautstrukturen ist schöner – weil “wahrer”. Weil echter. (Schönheit erwächst aus dem, was man lieben gelernt hat.)

Aber vor lauter Beauty darf es auch nicht langweilg werden:

Itohan aus Nigeria. Diptychon, August 2010

Ich war immer betont höflich. Trotzdem … ein schiefes Wort, eine leicht dreiste Geste, und Itohan zeigt die Krallen …

… um doch drei Minuten später wie ein in Schokolade geritztes Gebet auszusehen.

Aber wer will schon dauernd schön, klug und fromm aussehen? Itohan, März 2011.

Ein feuchter, stiller und abseits gelegener Platz im Tayrona Nationalpark in der Sierra Nevada de Santa Marta.

Dreht man sich um, zum Meer hin, geht ein paar Schritte, dann kann man am Abend zwei freilaufende Mulis am Strand beobachten. Eines wälzt gerade seinen Rücken im Sand, das andere, besser zu erkennen, grast.

In dieser Idylle, einem Nebeneinander von Kokosbauern und freilaufenden Hühnern, Mulis, Katzen und Hunden …

… befindet sich eine Kultstätte der Kogui. Hier werden schamanische Zeremonien durchgeführt, um die Reinhaltung des Wassers sicherzustellen. Andere heilige Orte sind dem Salz gewidmet, oder Pflanzen.

Also trotz der strengen Bemühungen der spanischen Konquistadoren, die Tayrona zum Christentum zu zwingen, hat sich bis heute der Schamanismus bei deren Nachkommen, den Kogui, erhalten. — Dieser moosbewachsene Granitstein mit einer Gravur aus der Zeit der Tayrona ist kein kleines, faustgroßes Relikt, sondern tonnenschwer.

Aufgenommen im großartigen (!) “Museo del Oro Bogota“: Ein Brustanhänger aus Gold und Kupfer (Tumbaga) aus der Zeit der Tayrona. Gold, so die Annahme der Indianer, zieht die Kraft der Sonne an, die sich weiterhin direkt auf den Träger des Brustschmucks überträgt. Die Figur zeigt einen Schamanen mit dem Kopfschmuck einer Fledermaus. Im indigenen Denken steht die Fledermaus mit der Dunkelheit in Verbindung, sie symbolisiert die unterirdische Sonne. Indem der Schamane (in ritueller Trance) das Sein einer Fledermaus annimmt, erhält er die Fähigkeiten dieser Nachtgeschöpfe und kann so mit den Mächten der Finsternis in Verbindung treten. Ich weiß es nicht genau – die Schamanenfigur raucht hier entweder eine Pfeife oder bläst eine Okarina. Mit letzterer wurden die Stimmen und Rufe der Tiere des Waldes täuschend genau imitiert. Denn für Melodien war die ursprüngliche Form der Okarina kaum geeignet …

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Die kolumbianischen Kogui Indianer, Nachfahren der im 16. und 17. Jahrhundert von den spanischen Konquistadoren ausgebeuteten Tayrona Ureinwohner, erschienen mir als zutiefst unaufgeregte Menschen. Naturverwoben. Ganz geerdet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch im Netz hinter der Indígena liegen schon die Vorboten erster Zivilisations-krankheiten, Bierdosen.

Kogui Mutter mit Sohn und Tochter, Tayrona Nationalpark

Eine Kogui Mutter mit Sohn und Tochter und Hund im Tayrona Nationalpark. Sie leben auch heute von den Früchten, die sie im Urwald anpflanzen, Avocados, Ananas, Bananen, Kokos, und von der Jagd. Ihre Delikatesse: Leguane. Das erzählte Harold – mit diesem Namen stellte sich unser Dschungel-Guide vor. Er sagte: Dort wo Kogui leben, gibt es keine Leguane.

Leguan, im Sprung von Ast zu Ast, im Stadtpark von Cartagena. Und hier noch ein würdiges Portrait für ein illustriertes Kogui-Kochbuch ;-)

 

Die Kogui tragen helle, weiße Kleidung, weil “Moskitos Weiß nicht mögen”.

Auf den Bus warten, am Straßenrand nach Santa Marta. Allein, dass diese Mama barfuß ist, macht sie so durch und durch sympathisch.

Ja, es war am Gründonnerstag, am Morgen, in der Karwoche. Guane, das Dorf in der Region Santander, Kolumbien, liegt an diesem Feiertag noch halb im Schlaf. Religiöser Gesang plärrt aus den Lautsprechern über den Kirchplatz, vom Band gespielt, vom Kirchdach herab.

Mein Freund, der Hund, wartet schon.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… Begrüßung …

 

… zeigen, wie “gefährlich” man sein kann …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… und sehnsüchtig reizend warten, bis ich wieder aus der Kirche komme.

 

Für die Osterprozession sind die Statuen der Jungfrau Maria und der Heiligen vorbereitet.

 

Schnell noch die Schutzplane vom Altar abziehen …

 

… denn die ersten Festgäste kommen schon (still sitzen kann man ja später).

 

“Aber wo zum Kuckuck treibt sich nur dieser Tourist mit der Kamera herum …?”

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Altstadt in Jerusalem

Altstadt in Jerusalem

In allen Ländern mit arabischer Bevölkerung werden Schafsköpfe auf der Straße zum Kauf angeboten. Es mag nun etwas merkwürdig klingen, aber was mich an diesem Bild tröstlich stimmt ist, dass zwei der Schafsköpfe Stirn an Stirn liegen. So, als würden sie sich noch im Tode ihre gegenseitige Zuneigung bezeugen. Das schenkt mir einen gewissermaßen versöhnlichen Augenblick, der über das zweckgebundene Sterben dieser so friedlichen Tiere hinausweist.

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